Phantomschmerzen

Phantomschmerzen und Spiegeltherapie

Phantomschmerzen sind ein häufig vorkommendes Phänomen bei Patienten nach einer Amputation. Während sich diese Schmerzen bei einigen Patienten im Laufe der Zeit reduzieren, sind bei vielen Patienten diese Beschwerden mehr oder weniger permanent vorhanden. Oftmals bleiben pharmakologische oder chirurgische Behandlungen der Schmerzen erfolglos. Spiegeltherapie scheint einigen dieser Patienten sehr gut zu helfen, die Schmerzen los zu werden oder mindestens zu verringern. Das Prinzip hierbei ist wiederum sehr einfach: Der Patient sitzt vor einem längsstehenden Spiegel, der betroffene Arm liegt hierbei hinter dem Spiegel und betrachtet das Spiegelbild seiner nicht betroffenen Seite. (Photo 1 und 2). Dann werden verschiedene Bewegungen ausgeführt und im Spiegel beobachtet.

Das gleiche Prinzip kann auch auf das Bein übertragen werden, wobei dann ein etwas höherer Spiegel verwendet wird.

Das Training sollte anfangs unter Anleitung eines Therapeuten angewendet werden und dann langsam immer mehr ohne Therapeut und evtl. auch ohne Spiegel weitergeführt werden (mentales Training). Falls Sie mehr hierüber wissen möchten, schreiben Sie uns…hier

Die Hintergründe für die Effektivität der Spiegeltherapie bei Phantomschmerzen scheinen in der veränderten Körperrepräsentation des Armes und/oder des Beines im Gehirn zu liegen. Durch Spiegeltherapie aber auch durch vermehrtes Bewegen der betroffenen Seite kann anscheinend bei einigen Patienten das veränderte Körperschema im Gehirn wieder „normalisiert“ werden.

Falls Sie sich für die Möglichkeiten der Spiegeltherapie interessieren oder eine geeignete Praxis oder Klinik in ihrer Nähe suchen die Spiegeltherapie anbietet, können Sie sich hier informieren oder uns kontaktieren.

 

Photo 1: Beobachtung der nicht-amputierten Seite im Spiegel

Bei einer Oberarm/Unterarm Amputation wird die betroffene Seite hinter dem Spiegel platziert, so dass der Patient beim Blick in den Spiegel auch wieder das Spiegelbild seiner nicht-betroffenen Seite sieht.

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Photo 2: Spiegelbild der nicht betroffenen Seite

Der Patient kann nun verschiedene Bewegungen synchron mit beiden Seiten ausführen, wie z.B. das Öffnen und Schließen der Hand und beobachtet diese Bewegungen im Spiegel.

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Auch für das Bein anwendbar

Das gleiche Prinzip ist auch nach einer Oberschenkel- oder Unterschenkelamputationen anwendbar. Hierzu sitzt der Patient meist vor einem höherem Spiegel, das betroffene Bein hinter dem Spiegel, das nicht betroffene Bein vor dem Spiegel.